Therapiehundeausbildung

6 Dezember 2017
 Kategorien: Privatunterricht, Blog


Therapiehunde werden ganz gezielt dazu eingesetzt, medizinische Therapien zu unterstützen oder psychisch angeschlagene, traumatisierte und einsame Menschen seelisch so zu berühren, dass sie sich zunehmend öffnen und wieder anderen vertrauen können. Dabei wird zwischen aktiven und reaktiven Therapiehunden unterschieden. Sie werden oft im Rahmen der Psychotherapie, der Ergotherapie, der Sprachtherapie, in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen, Alters-und Pflegeheimen, psychiatrischen Kliniken, Hospizen und ähnlichem eingesetzt. Es ist häufig sehr erstaunlich, welche positiven Effekte das Zusammensein mit einem Hund auf das Verhalten und Erleben von Menschen hat, ganz gleich ob körperliche oder seelische Gebrechen vorliegen.

Theoretisch würden sich sehr viele Hunde aller möglichen Rassen und natürlich auch Mischlinge als Therapiehund eignen. Spezielle Therapiehunderassen gibt es also nicht. Die Tiere müssen aber körperlich gesund, nervenstark, gut erzogen, allgemein freundlich und menschenbezogen sein und sich an ihren menschlichen Führer gut orientieren können. Nervöse, unsichere oder eher scheue Hunde, solche mit sehr starkem Jagdtrieb oder starkem Hütetrieb sind dazu weniger geeignet. Aber natürlich ist der richtige Hundeführer oder die richtige Hundeführerin genauso wichtig wie der passende Hund, weil sie ja nur als Duo funktionieren können. Menschen, die mit Therapiehunden arbeiten, müssen neben Warmherzigkeit, Einfühlungsvermögen, gutem Willen und Zeit vor allem noch eines mitbringen: Sie müssen die Signale ihres Hundes möglichst gut verstehen und auch seine Bedürfnisse beachten.  

Wenn das alles gegeben ist, kann die Therapiehundeausbildung eigentlich beginnen. Das DRK, Hundesportvereine und manche Hundeschulen, wie beispielsweise Sattt Inh. Annika Rügen, bieten spezielle Ausbildungen als Therapiehund an. Es ist aber auch möglich, den Hund selbst auf seine besondere Aufgabe vorzubereiten. Das geschieht häufig, wenn Menschen schon Therapiehund-Erfahrung haben oder zu einem Therapiehund noch weitere hinzukommen.  Bei einer Therapiehundeausbildung lernt das Hund/Mensch-Team unter anderem folgendes:

  • Grundwissen über den Hund ( Anatomie, Wesen, Erziehung, Verhalten)
  • Grundwissen über die rechtlichen Grundlagen, den Tierschutz und Tierkrankheiten
  • theoretische und praktische Kenntnisse über den späteren Einsatz.  

Dabei lernen Therapiehunde in der Praxis auch die Einrichtungen kennen, in denen sie später eingesetzt werden. So können sie Situationen kennenlernen, denen sie später ausgesetzt sind. Dazu können zum Beispiel Rollstühle und Gehhilfen, lautes Sprechen oder ungewöhnliche Geräusche und Gerüche, in manchen Fällen vielleicht auch hektische oder unkoordinierte Bewegungen und versehentliche grobe Berührungen gehören. Die Einsätze können sich zum Teil ganz erheblich unterscheiden und sind bei einem bettlägerigen oder sogar komatösen Patienten ganz anders als bei einer Zusammenführung mit einem autistischen oder hyperaktiven Kind. Auch hier muss der richtige Hund für die Therapie gefunden werden. Aber die Mühe lohnt sich in jedem Fall und wird fast immer belohnt. Nach der Ausbildung folgt eine Prüfung und wenn die erfolgreich bestanden ist, kann der Hund als Therapiehund eingesetzt werden.


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